Gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland hatten die Wirtschaftsförderungen der drei Kommunen Handwerksbetriebe und weiterführende Schulen zum lockeren Austausch eingeladen. Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren erschienen.

Ort der Veranstaltung: das Foyer des Betriebs von Nadine und Frank Röhe (Röhe Elektrotechnik GmbH & Co. KG) in Stemwede-Wehdem. Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat, seine beiden Amtskollegen Dr. Henning Vieker aus Espelkamp und Dr. Bert Honsel aus Rahden sowie Martina Hannen, die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, begrüßten die Anwesenden und freuten sich über die gute Resonanz aus den Betriebe und den Schulen. Abruszat betonte die wachsende Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit in vielen Bereichen, wie zum Beispiel bei der Wirtschaftsförderung oder auch der Berufsvorbereitung bzw. -ausbildung.
„Eine unserer Stärken im Wirtschaftsraum Espelkamp-Rahden-Stemwede sind die vielen kleinen, mittleren und größeren und vor allem starken Handwerksbetriebe“, so Stemwedes Bürgermeister. Das würde sich auch bei der Ausbildungsquote niederschlagen, die im hiesigen, ländlichen Bereich über dem kreisweiten Niveau liegen würde. Mit Blick auf die zukünftigen Auszubildenden betonten die drei Bürgermeister: „Wir müssen auch dafür sorgen, dass Handwerk und Leistung wieder stärker wertgeschätzt werden. Und wir brauchen einen Mentalitätswechsel und die Bereitschaft anzupacken.“

Im Laufe der Diskussionsrunde zeigte sich, dass die Berufs- und Ausbildungsvorbereitung wichtige Themen in den weiterführenden Schulen sind und dass diese in der Regel sehr gut mit den hiesigen Betrieben zusammenarbeiten. Aus Sicht eines Ausbildungsbetriebes schilderte Gastgeberin Nadine Röhe ihre Erfahrungen. Auszubildende bräuchten klare Strukturen. Das bedeute zwar oft mehr Arbeit für den Betrieb, die sich aber lohnen würde, berichtete die Wehdemerin. Eine weitere Aussage vieler Anwesender: Je praktischer und intensiver die Erfahrungen für Schülerinnen und Schüler seien, etwa durch Betriebsbesichtigungen oder vor allem längere Praktika, desto einfacher wäre es, sie für eine Ausbildung und die Handwerksberufe zu begeistern. Allerdings würden bürokratische Hürden und Vorgaben sowohl die Schulen, als auch die Betriebe oftmals ausbremsen, berichtete ein Lehrer. Hier wünschten sich beide Seiten bessere Rahmenbedingungen von der Politik. Martina Hannen wünschte sich zudem, dass das Handwerk bei den Jugendlichen wieder positiver wahrgenommen und belegt wird. „Handwerk ist ein Erfolgsmodell“, so die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft.
Im Rahmen des Handwerkerfrühstücks wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch das berufsvorbereitende „Und dann“-Unterrichtskonzept sowie die beAzubi Onlineplattform des Kreises Minden-Lübbecke vorgestellt, über die die Unternehmen mit Schülerinnen und Schüler in Kontakt treten können.